Viel Werbung, wenig Behandlung – für schwere Erkrankungen absolut ungeeignet
- Pro:
- /
- Kontra:
- siehe Text
- Krankheitsbild:
- Morbus Crohn
- Privatpatient:
- nein
- Erfahrungsbericht:
-
Gerne. Hier ist eine auf unter 2.000 Zeichen gekürzte Version, bei der die Kernaussagen, der Sarkasmus und die Spitzen erhalten bleiben.
Ich war im Frühjahr für zwei Wochen in dieser Klinik zur Behandlung mehrerer schwerer Erkrankungen, unter anderem Morbus Crohn mit Stomaanlage und Kurzdarmsyndrom.
Ziel des Aufenthalts waren Gewichtszunahme und die Behandlung meiner operationsbedingten Schmerzen. Nun ja, was soll ich sagen?
Dieser Aufenthalt war ein kompletter Flop. Eigentlich ist es eine Unverschämtheit, dass die Krankenkasse dieses Spektakel bezahlt.
Das Essen ist gut, aber mit Stoma und ausgeprägtem Morbus Crohn nicht essbar (Illeus). Leider wurde ich in der ersten Woche ernährungstechnisch überhaupt nicht versorgt und habe durch die Unfähigkeit des Personals knapp 5 kg verloren. Morgens und abends gibt es ein Buffet, das sich alle zwei Tage wiederholt – satt wird man davon eher nicht. In der zweiten Woche gab es mittags dann Kartoffelsuppe, die nach absolut nichts geschmeckt hat. Schade, wenn man bedenkt, dass gerade die Ernährung laut Konzept eine der tragenden Säulen der Behandlung sein soll.
Die angebotenen Kurse sind schwach bis unverschämt. Im Grunde handelt es sich um Werbeveranstaltungen für Vereine, Petitionen, privat zu zahlende Naturheilverfahren und Bücher aus dem hauseigenen Shop. Wer drauf steht…
Das Personal reicht von wirklich engagiert bis lustlos und frech. Manche scheinen beim Rauchen mehr Motivation zu haben als im Umgang mit Patienten. Die Ärzte wechseln ständig, sind oft nicht informiert oder ordnen Behandlungen an, die anschließend nie stattfinden.
Ein großes Lob geht an die Physiotherapie. Dort wird freundlich und individuell gearbeitet – die einzige Abteilung, in der ich mich wirklich gut aufgehoben gefühlt habe.
Für Menschen mit einer ausgeprägteren Grunderkrankung kann ich diese Klinik nicht empfehlen. Mit morgendlichem Frühsport und einer halben Stunde Senfbad für die Füße ist in meinen Augen nicht viel zu holen. Stattdessen wird nach Schema F gearbeitet – und wenn das nicht funktioniert, herrscht Planlosigkeit.
Apropos Geld: Vieles wird groß angekündigt, später aber nicht von der Krankenkasse übernommen. Natürlich kann man die Behandlungen anschließend als Privatleistung direkt im Haus buchen. Ein Schelm, wer dabei an Zufall denkt. ;)


1 Kommentar
Sehr geehrter Patient,
vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für eine Bewertung der KEM| Evang. Kliniken Essen-Mitte genommen haben. Ihre Hinweise nehmen wir gerne auf und bedauern sehr, dass Sie mit ihrem Aufenthalt in unserem Krankenhaus nicht zufrieden waren. Wir möchten Ihre Anmerkungen gerne nutzen, um die Ereignisse nachzuvollziehen und uns weiter zu verbessern. Gerne stehen wir für ein Gespräch über die geschilderten Ereignisse zur Verfügung. Sie erreichen uns telefonisch unter 0201-174-10031 oder per E-Mail unter [email protected].
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Qualitätsmanagement-Team